• Startseite
  • Publikationen
  • Über Verbreitung, Standort und Ökologie hutbildender Porlinge (Polyporaceae sensu lato) im Oldenburger Land

Über Verbreitung, Standort und Ökologie hutbildender Porlinge (Polyporaceae sensu lato) im Oldenburger Land

 

Klaus Taux (1987):

 

Oldenburger Jahrbuch, Band 87, Seiten 263 – 316.

 

Die pileaten Porlinge aus der Gruppe der Nichtblätterpilze (Aphyllophorales) sind wegen ihrer Lebensweise, der Wahl ihrer Wirte sowie ihrer Fruchtkörperformen und –farben biologisch sehr interessant. Sie stehen als überwiegend holzbewohnende Organismen in einer engen Wechselbeziehung mit Bäumen und Sträuchern; in ihrem Vorkommen sind sie oft sogar von ganz bestimmten Holzarten mit einem spezifischen Zustand abhängig. Neben einigen anderen Pilzen sind sie die Hauptzersetzer von geschwächtem und totem Holz.

Die Untersuchungen zum Stand der Verbreitung und zur Häufigkeit der Porlinge wurden in 130 Meßtischblatt-Quadranten des Oldenburger Landes durchgeführt.

63 hutbildende Porlingsarten wurden festgestellt. Davon wachsen 50 ausschließlich oder ganz überwiegend an Laubholz. Die häufigsten Porlinge im Oldenburger Land sind: Schmetterlings-Tramete Trametes versicolor, Flacher Lackporling Ganoderma applanatum, Angebrannter Rauchporling Bjerkandera adusta, Birkenporling Piptoporus betulinus, Zunderschwamm Fomes fometanrius, Erlen-Schillerporling Inonotus radiatus und Buckel-Tramete Trametes gibbosa.

Zunderschwamm, Porlinge, Oldenburger LandZinnoberporling, Porlinge, Oldenburg

 

Zu den sehr seltenen und auf der „Roten Liste“ stehenden Arten gehören Safrangelber Porling Aurantioporus croceus, Eichenzungenporling Buglossoporus pulvinus, Klapperschwamm Grifola frondosa und Tropfender Schillerporiling Inonotus dryadeus. Diese Arten wachsen bei uns nur in wenigen geschützten oder sehr extensiv bewirtschafteten Waldbeständen an mehrhundertjährigen, toten Eichen.