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  • Über das Vogelartenspektrum in Oldenburger Hochmooren in Abhängigkeit von der Vegetationsstruktur

Steinkauzmännchen hat zwei Weibchen

 

Klaus Taux (2006):

 

Eulen-Rundblick Nr. 55/56, Seiten 53 – 54.

 

Nachdem ich bei einer Nachtexkursion am 4. April 2004 bei einem ruhig gelegenen alten Bauernhof in der Gemeinde Garrel, Landkreis Cloppenburg, gleichzeitig ein Steinkauz-♂ (Revierruf) und zwei Steinkauz-♀ (Erregungsruf) ausdauernd rufen hörte, brachte ich am nächsten Tag zwei Niströhren zu dem Hof und konnte diese auch mit Erlaubnis des Hofeigentümers im Abstand von 18 m in alten Eichen auf dem Hofgelände anbringen.

Bei einer NistgerätekonSteinkauz, Bigamie, Bigynie, Oldenburgtrolle am 4. Juni 2004 saß in der ersten Röhre ein ♀ zusammen mit 4 Jungen, die etwa 2 ½ Wochen alt waren. In der zweiten Röhre lagen drei kalte Eier. Die Eier sind erst kurz vor dem Schlupf der fast vollständig entwickelten Embryos verlassen worden. Ursache für die Brutaufgabe könnten Störungen durch Holzsäge-, Bau- und Aufräumarbeiten auf dem Hof im Bereich der Röhrenbäume sein. Möglich ist aber auch, dass das ♂ nur noch das ♀ und die bereits ausgebrüteten Jungen in der ersten Röhre versorgt hat.

Nach dem Handbuch der Vögel Mitteleuropas lebt der Steinkauz monogam, also in Einehe. In Garrel hatte sich jedoch ein ♂ mit zwei ♀ verpaart, die beide auch Eier gelegt und in geringem Abstand voneinander gebrütet haben, so dass es sich hier zweifellos um einen Fall von Bigamie bzw. Bigynie handelt.